

Ob datengetriebene ESG-Strategien, ressourcenschonende Prozesse oder innovative Technologien zur CO₂-Reduktion – die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, unterstützt durch KI, eröffnet neue Potenziale für Unternehmen und Gesellschaft.
In unserer Interviewserie „NUNATalks“ sprechen wir mit führenden Expertinnen und Experten aus der Industrie, die digitale Innovationen mit nachhaltigen Geschäftsstrategien verknüpfen. Welche Best Practices gibt es? Wie lassen sich technologische Fortschritte gezielt für mehr Nachhaltigkeit nutzen? Und welche Herausforderungen müssen Unternehmen bewältigen, um langfristig erfolgreich zu sein?
Heute sprechen wir mit Dr. Kiri Trier, General Manager Sustainability Dach bei L´Oréal.
BeautyTech ist ja in aller Munde. Welche digitalen Technologien siehst Du als entscheidend an für die Förderung von Nachhaltigkeit in der Kosmetik?
Bei L’Oréal sind das zunächst die zahlreichen internen Tools, die unsere Dekarbonsierungsaktivitäten messbar machen: Dazu zählen z.B. der EcoTransIT zum Tracking unserer Transportemissionen oder die EcoDesignCloud als Tool zur Bestimmung eines Umwelt-Scores für unsere Werbematerialien. Auf der Seite des Konsumenten wiederum sind jegliche technologischen Anwendungen entscheidend, die es dem Kunden ermöglichen, individuelle und informierte Kaufentscheidungen zu treffen. Ein gutes Beispiel sind etwa unsere Virtual Try-Ons für Make-Up –damit können unsere Konsument:innen auch bei Online-Bestellungen verschiedene Farbtöne vorab testen und somit zur Reduktion von Produkt-Retournierungen und Reduktion von Abfall beitragen.
Kannst Du uns ein oder zwei konkrete Beispiele nennen, wie bei Euch im Unternehmen digitale Technologien bereits eingesetzt werden, um Nachhaltigkeit voranzutreiben?
Neben dem bereits recht lange bestehenden CO2-Tracking unserer operativen Tätigkeiten ist eines der innovativsten Beispiele die Messung des digitalen CO2-Fußabdrucksunserer Werbekampagnen. Von der Art der Assets bis hin zu ihrer Ausspielung tracken wir die produzierten Emissionen und können so an den richtigen Hebeln ansetzen, wie z.B. an der Größe der Assets, um den digitale Fußabdruck unserer Marketingaktivitäten signifikant zu reduzieren. Testläufe im letzten Jahr haben gezeigt, dass wir bis zu 48% der Emissionen einer Kampagne einsparen können.
Was muss ein Unternehmen Deiner Meinung nach machen, um den ersten Schritt Richtung mehr Nachhaltigkeit durch Digitalisierung zu gehen - wo sollte man anfangen?
Für mich ist diese Frage recht einfach beantwortet: Der erste Schritt in Richtung skalierbarer Nachhaltigkeitsmaßnahmen ist Messbarkeit. Bei L’Oréal haben wir in den letzten Jahren eine Vielzahl zusätzlicher Nachhaltigkeits-KPIs definiert, etabliert und optimiert. Denn man kann nur etwas verbessern, dass man auch messen kann.
Wo siehst Du noch die größten Hürden für ein wirkungsvolles Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit?
Der Knackpunkt ist, dass viele Prozesse in Unternehmen noch nicht zu 100% digitalisiert und damit viel schwerer nachzuvollziehen bzw. zu überblicken sind. Somit fehlt es nicht nur an Transparenz, sondern auch an Ressourcen, um skalierbare Nachhaltigkeitseffekte zu erreichen. Als internationaler Marktführer sind wir natürlich in der glücklichen Position, diese Transformation mit größeren Ressourcen anzupacken, aber vor allem im Mittelstand ist dies oft nicht der Fall. Daher braucht es auch besonders im diesem Bereich einen niederschwelligen und unkomplizierteren Zugang zu solchen Digitalisierungstools.
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