25.03.2021

Letztes Wochenende fand der zweite große bundesweite Hackathon unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung Deutschland statt. Für das Team von Nunatak waren Principal Dr. Maximilian Wagner und Consultant Julius Schmid dabei. Was es mit UpdateDeutschland auf sich hat, wie ihre Rolle während des Events aussah und was sie daraus gelernt haben, verraten die beiden im Interview.

Während die Erstausgabe #WirVsVirus im letzten Jahr Lösungen für die Herausforderungen der Corona-Krise entwickelte, standen in diesem Jahr Zukunftsthemen im Fokus unter dem Motto „Deutschland macht ein Update. Raus aus der Krise und rein in die Zukunft“.

Bürger:innen waren dazu angehalten gesellschaftliche Herausforderungen zu sammeln, um diese in der Einführungsveranstaltung, dem 48h Hackathon, gemeinsam auszuarbeiten, weiterzuentwickeln und deren Umsetzung zu planen. Die Themenvielfalt war enorm groß: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Klimawandel, digitale Bildung oder neue digitale Formen des Engagements zur Steigerung der politischen Teilhabe waren nur einige der Themenfelder unter den eingereichten Herausforderungen.

Könnt ihr uns erklären, was ein Hackathon ist und um was es sich bei UpdateDeutschland genau handelt?

Julius: Ein Hackathon ist ein zeitlich limitiertes, Sprint-ähnliches Event, bei dem eine Gruppe von Interessierten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenkommt, um gemeinsam Lösungskonzepte zu entwickeln. Ursprünglich aus dem Software-Entwicklungsbereich kommend kann ein Hackathon heute aber auch breiter gedacht werden und neben Softwarelösungen auch allgemeine Konzepte, Herausforderungen etc. entwickeln –   wie z.B. Update Deutschland. Es geht im Kern darum, gemeinsam mit fremden Menschen Ideen zu entwickeln und sich zu einem Thema auszutauschen sowie erste Prototypen und Lösungen zu entwickeln.

Hackathons können entweder von öffentlichen Institutionen oder auch Unternehmen veranstaltet werden. Ich habe beispielsweise während meines Studiums bereits an Hackathons von Beiersdorf oder der Fast-Food-Kette PizzaHut teilgenommen.

Max: UpdateDeutschland ist eine deutschlandweite Social Innovation Initiative, die Bürger:innen, Vereine, Startups, Digitalexpert:innen und Politiker:innen zusammenbringt, um Deutschland „ein Update zu verpassen“. Dorothee Bär, die Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt hat die Initiative treffend zusammengefasst: „Update Deutschland bietet die Chance für eine echte digitale Bewegung. Wir wollen die Schwarmintelligenz unserer Bürgerinnen und Bürger nutzen, um einen digitalen Sprung nach vorne zu machen.“ Die Initiative besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase wurden aktuelle Herausforderungen gesammelt und konkretisiert; dabei wurden mehr als 600 Themen eingereicht. In der zweiten Phase, dem 48h-Hackathon am letzten Wochenende, wurden dann erste Lösungskonzepte für diese Herausforderungen entwickelt. In der dritten Phase geht es an die Umsetzung. Innerhalb der kommenden sechs Monate werden vielversprechende Lösungen mit der Unterstützung der Bundesregierung weiterentwickelt und umgesetzt. Wir sind jetzt schon gespannt, wie es mit unseren Projekten weitergeht.

Wie kamt ihr bzw. Nunatak dazu, bei UpdateDeutschland mitzumachen? 

Max: In erster Linie waren wir neugierig und wollten verstehen, was denn überhaupt mit UpdateDeutschland gemeint ist. Nachdem wir uns dann im Vorfeld mit dem Event beschäftigten, haben wir uns als Unterstützungspartner angemeldet. Da wir mit Nunatak langjährige Erfahrung und Expertise im Bereich Digitalisierung besitzen, war es das Ziel, unsere Digital- & Beraterkompetenzen bei der UpdateDeutschland Initiative als strategischer Sparring Partner einzubringen. Ich persönlich habe zusätzlich noch einen starken Background in Sachen Digitalisierung im Bereich Pharmazie & Healthcare sowie einschlägige Erfahrungen zur Digitalisierung im öffentlichen Sektor.

UpdateDeutschland ist nicht die erste Initiative aus dem öffentlichen Sektor, bei der die Nunatakeers tatkräftig unterstützen. Nunatak nimmt seit Jahren an dem Projekt Managerohnegrenzen teil. Ebenso haben wir während der Corona-Krise eine umfassende Initiative rund um die Digitalisierung von Schulen in München gestartet. Somit sind wir neben der klassischen privatwirtschaftlichen Tätigkeit als Digitalberatung auch stark in Pro bono-Projekte involviert, die uns intrinsisch motivieren und mit denen wir einen sichtbaren und unmittelbaren Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten. Da ist UpdateDeutschland natürlich eine sehr willkommene Möglichkeit, persönliches Engagement einzubringen und dieses Ziel weiterzuverfolgen.

Was habt ihr in den 48h gemacht? Welche Initiativen habt ihr unterstützt?

Julius: Am Anfang gab es erstmal ein großes (hoffentlich kreatives) Chaos. Mehr als 4.000 Teilnehmer und mehr als 300 unterschiedliche „Herausforderungen“. Ich war etwas überfordert bei der Auswahl und wo ich am meisten Nutzen stiften kann. Daher habe ich mich und meine Fähigkeiten in einem Slack Kanal „Hilfe anbieten“ vorgestellt. Es haben sich mehrere Initiativen gemeldet, mit einigen davon habe ich dann auch zusammengearbeitet. Zwei davon würde ich gerne kurz erwähnen und vorstellen:

Die Initiative „Philosophers in Business“ versucht Philosophiestudenten den Berufseinstieg zu erleichtern und Vorurteile seitens Unternehmen abzubauen. Die Gründerin und ich haben verschiedene Möglichkeiten diskutiert und Szenarien entwickelt. Themen, die wir diskutiert haben, waren unter anderem, wie man den Austausch zwischen Studierenden und Berufstätigen gestalten kann, entweder mit Hilfe einer deutschlandweiten Social Media Gruppe oder durch ein Mentoring Programm in Kooperation mit einem Career Office.

Die zweite Initiative, die ich gerne vorstellen möchte, ist das Start-up Iuvivo, das eine Blended Counseling App zur digitalen Erweiterung von Beratungen u.a. im Bereich Schulden-, Sucht- und Familienberatung anbietet. Der Gründer und ich haben uns das Problem der Kundenakquise angeschaut. Wir haben potenzielle Kund:innen identifiziert und priorisiert, sowie ihre bevorzugten Kontaktkanäle und -inhalte besprochen. Zudem habe ich den Marketingtext für die Erstansprache überarbeitet. Die beiden Initiativen werde ich auch weiterhin unterstützen. Für „Philosophers in Business“ werde ich eine Mentorenrolle übernehmen. Bei Iuvivo werde ich als Sparring Partner unterstützen.

Max: Es war ein spannendes Wochenende mit sehr interessanten Gesprächen und netten Begegnungen, an dem auch ich mit verschiedenen Initiativen zusammengearbeitet habe. Insbesondere habe ich mich bei dem Projekt zur „FaktenAllianz“ engagiert und aktiv an Ideenentwicklung und Umsetzungsplanung mitgewirkt. Zielsetzung des Projektes ist es, Medienkompetenz in der Gesellschaft zu vermitteln, um letztendlich Fake News „enttarnen“ zu können. Um dies zu erreichen, möchten wir eine strategische Allianz zwischen Medienexpert:innen, Medienpartner:innen, Initiativen, Startups und Influencer:innen etablieren. In mehreren Workshops und Sessions haben wir dafür ein konkretes Konzept entwickelt.

Screenshot vom Social Media Post von UpdateDeutschland

Unten links Nunatak’s Principal Max

Das Konzept besteht nach dem 48h Workshop aus drei initialen Konzepten:

Die bereits bestehende Plattform FactsforFriends dient als zentraler Informations-Hub und bietet Interaktionsmöglichkeiten für Mediennutzer:innen. Diese Plattform wird ergänzt um ein Tool, das wir „FactsforFuture“ genannt haben. „FactsforFuture“ soll Medienkompetenz mit spielerischen und innovativen Formaten aufbauen. Das dritte Angebot ist das Kampagnen-Konzept „FactFluencer“. Es versucht potenzielle Zielgruppen mit qualitativem Journalismus-Content dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten, wie z.B. die junge Zielgruppe zwischen 12-16 Jahren auf TikTok & Co. Dafür haben wir uns ein erstes Plattformkonzept überlegt und ersten beispielhaften Content entwickelt.  

Was nehmt ihr persönlich aus dem Wochenende mit?

Julius: UpdateDeutschland war eine tolle Erfahrung. Man sieht, dass es eine Fülle von Ideen gibt und sehr viele motivierte Bürger:innen. Es hakt jedoch oft an der Umsetzung, weil die nötige Expertise fehlt bzw. das nötige Netzwerk. Genau hier hat UpdateDeutschland angesetzt und Menschen mit Ideen mit den richtigen Umsetzungspartner:innen zusammengebracht. Sollte UpdateDeutschland nächstes Jahr erneut durchgeführt werden, bin ich gerne wieder dabei.

Max: Da gebe ich Julius recht. Die Anzahl an guten Ideen und die Motivation der Teilnehmer:innen war bemerkenswert. Es gibt viele Ideen, viel Einsatz und noch mehr Engagement. Und genau das muss kanalisiert, strukturiert, aufbereitet und priorisiert werden, damit es auch umgesetzt werden kann. Dieses Problem kennen wir auch aus dem Klientenkontext. Und genau hier versuchen wir zu unterstützen: Bei der Ideengebung, Gestaltung, Selektion und der Umsetzungsplanung mit unserer Digital- & Beratungsexpertise.

Ich hoffe wir konnten helfen (lacht) und können dies auch in Zukunft tun, indem wir die Projekte mit unseren neuen Partner:innen umsetzen.

 

Mehr zu dem Thema UpdateDeutschland gibt es hier

Mehr zu FactsforFriends gibt es hier

Unser eingereichtes Projekt „FaktenAllianz“ hier

 

Fotos: Pexels 2021,  Facts For Friends 2021

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