07.04.2020

Quasi über Nacht wurde Remote Work zum Alltag. Unternehmen auf der ganzen Welt verändern ihren Arbeitsmodus, um eine exponentielle Verbreitung von
Covid-19 zu verhindern. Für Mitarbeiter, Führungskräfte und Geschäftsprozesse kann dieser schnelle Wandel eine große Belastung bedeuten – insbesondere dann, wenn die digitalen Hausaufgaben noch nicht weit vorangeschritten sind. Wie die Erfahrungen bei The Nunatak Group sind und wie Unternehmen die Herausforderung meistern, skizziert unser Senior Consultant Oliver Zindler.

Manager, Consultants, Kreative – viele Berufsgruppen arbeiten aktuell komplett von zuhause im Remote Work-Modus. Wie klappt das bei Nunatak?

Oliver Zindler: Sehr gut. Als vollständig digitalisierte und cloudbasiert arbeitende Firma erleben wir so gut wie keine Einschränkung in unserer Projektarbeit durch die Corona-Krise. Damit können wir auch voll zu unseren vertraglichen und mündlichen Commitments für Deliverables und Deadlines gegenüber Kunden und Partnern stehen.

Hat Euch der Lockdown nicht kalt erwischt?

Eben nicht. Das ist der Punkt: Wir haben in unserem Book of Nunatak schon lange Prinzipien für die Integration von Remote Work im Arbeitsalltag beschrieben und leben diese konsequent. In dem Dokument sind die wesentlichen Leitlinien zu Abläufen, Prozessen, Tools und zur täglichen Projektarbeit klar geregelt. Damit ist die vernetzte Projektarbeit auch über Mobile Office sichergestellt.

Und wie funktioniert das in der Praxis?

Grundsätzlich stellt Agilität für uns den Dreh- und Angelpunkt für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen dar. Schnell auf neue Situationen reagieren zu können, wird für die gesamte Wirtschaft der entscheidende Erfolgsfaktor. Ohne digitale Tools geht das in der Projektarbeit natürlich nicht. Für die Kommunikation nutzen wir beispielsweise Slack, für das Projektmanagement kommt überwiegend Asana zum Einsatz und für das Content-Storage empfiehlt sich Box, ein cloudspeicher-Dienst, in dem Dokumente zentral gesammelt und geteilt werden können. Veränderungen an Dateien werden dabei in Echtzeit angezeigt. Man sollte sich also von dem Gedanken lösen, jede Kommunikation über Email abwickeln zu müssen.

Nach welchen Kriterien sollten Unternehmen diese Tools auswählen?

Primär sollte ein Tool den eigenen Use Case unterstützen und sogar optimieren können. Die zur Verfügung stehenden Features sollten also den eigenen ganzheitlichen Workflow abbilden können, wobei einzelne Prozesse hinterfragt werden dürfen, bevor sie eins zu eins in ein neues Tool gezwängt werden.

Weiter ist wegen der Anforderungen an den Daten- und Informationsschutz gerade bei cloudbasierten Anwendungen der technische Betrieb ein zentraler Faktor. Anbieter von Open Source-Lösungen ermöglichen etwa auch den Betrieb auf kundeneigenen Servern. Und natürlich geht es auch um die Kosten. Bei den meisten Remote Work-Tools gibt es kostenfreie Versionen. Diese funktionieren häufig aber nur mit Einschränkungen, etwa bei der Zahl möglicher Nutzer, des maximalen Datenvolumens oder der vorhandenen Features. Bei der Umstellung auf die Bezahlversion fällt für das Unternehmen pro Nutzer oder Team in der Regel jährlich eine zwei bis dreistellige Summe an.

Dann reicht die Nutzung von zwei, drei geeigneten Tools und schon klappt’s mit Remote Work?

Schön wär’s… Wir haben für Unternehmen hierzu den ‚Nunatak Remote Work Booster‘ entwickelt – einen dreistufigen Prozess zur Implementierung eines erfolgreichen Remote-Work-Modells. Am Anfang heißt es: ‚Do now‘. Führungskräfte sollten zu Beginn des Prozesses verständliche und konsequente Guidances zu Arbeitsweise und Verhalten erstellen. Denn die erforderlichen Arbeitsprozesse stehen und fallen mit einem maßgeschneiderten Regelwerk als Fundament. Hier geht es u.a. darum, klare Guidance zu Punkten wie etwa Erreichbarkeit zu geben oder auch Verantwortlichkeiten und Prioritäten zu regeln. Erst in der zweiten Phase – ‚Do next‘ – geht es dann um die Einführung entsprechender technischer Tools in den Bereichen Kommunikation, Projektmanagement und Content Storage. Doch klar ist auch: Letztlich muss es Ziel sein, Remote Work langfristig und nachhaltig in den Lebensalltag zu integrieren. All das wird in der dritten Phase, ‚Do soon‘, geregelt.

Oliver, was glaubst Du: Wie werden wir nach der Corona-Krise arbeiten – wieder alle zurück ins Büro?

Nein, schon vor der Verbreitung von Covid-19 arbeiteten 52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer regelmäßig vom Home-Office aus. Und 62 Prozent der Unternehmen mit Home-Office-Modellen schätzen die Flexibilität für Mitarbeiter. Ich bin überzeugt: Covid-19 wird diesen Trend stark beschleunigen.

Welche Konsequenzen zieht das Deiner Meinung nach sich?

Unternehmen werden sowohl ihren Führungsstil umstellen als auch notwendige infrastrukturelle und arbeitsrechtliche Aspekte nachziehen müssen – eine riesige Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Denn wir erleben gerade eine grundsätzliche und dauerhafte Veränderung des Arbeitslebens.

 

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